Bachstelze

Motacilla alba

Die Bachstelze wird ca. 18 cm lang und um die 25 Gramm schwer. Sie hat einen schwarz-weißen Kopf und einen langen, schwarzen Schwanz mit weißen Rändern. Der Rücken ist grau. Männchen und Weibchen sehen gleich aus.
Neben dem Gefieder erkennt man Bachstelzen an ihrem schnellen und trippelnden Gang auf dem Boden. Dabei wippen sie auch oft mit dem Schwanz oder rucken mit dem Kopf.

 Wo lebt die Bachstelze?

Die Bachstelze ist in ganz Europa verbreitet. Hier reicht ihr Verbreitungsgebiet vom Mittelmeer bis nach Skandinavien, Russland und Island. Einige Unterarten leben auf dem asiatischen Kontinent in China, Russland und dem Nahen Osten.

Die Bachstelze ist ein Kulturfolger. Sie lebt überwiegend in offener Kulturlandschaft, z. B. Äcker, Weiden, Brachflächen und Uferbänke, und in Siedlungen. In der Nähe von Gewässern fühlt sie sich wohl. Wichtiger sind aber hohe Bäume und Gebäude mit Brutnischen.

Wie alt kann die Bachstelze werden?

In freier Wildbahn werden Bachstelzen durchschnittlich nur 1 Jahr alt. Selten erreichen sie ein Alter von 10 Jahren.

Wie lebt die Bachstelze?

Bachstelzen ziehen im Winter in wärmere Gebiete. Die bei uns brütenden Bachstelzen überwintern am Mittelmeer und in Nordafrika bis zur Arabischen Halbinsel.
Der Zug in die Wintergebiete findet zwischen September und November statt. Von Februar bis April kehren die Bachstelzen zu uns zurück.
Die Männchen kommen früher als die Weibchen und besetzen schon ihr Brutrevier, das sie heftig gegen Eindringlinge  verteidigen. Nach der Balz sucht sich ein Paar einen geeigneten Nistplatz und baut das Nest. Die 5-6 Eier sind graubraun gesprenkelt. Sie sind nach 11 Tagen ausgebrütet, die Jungen verlassen nach zwei Wochen das Nest. Sie werden noch eine Woche lang gefüttert.

Was frisst die Bachstelze?

Die Bachstelze jagt auf offenen und wenig bewachsenen Flächen nach Insekten, z. B. Mücken, Fliegen, Köcherfliegen oder Käfer.
Ganz selten frisst sie auch Teile von Pflanzen wie Beeren oder Samen.

Besonderes

Die Bachstelze ist in Europa die häufigste Stelzenart.

Bachstelzen fliegen in einer auffälligen Wellenform: Sie schlagen einige Male mit den Flügeln und fliegen dadurch hoch, dann legen sie die Flügel für einen kurzen Moment an und fallen, bevor sie wieder mit den Flügeln schlagen.

Schutz

Die Bachstelze ist nicht gefährdet.
Als Kulturfolger und Halbhöhlenbrüter (Nischenbrüter) baut sie ihre Nester  an und in Gebäuden. Moderne Gebäude haben aber immer weniger Nischen und versteckte Höhlen, wo so ein Nest gebaut werden kann. Ein aufgehängter Nistkasten kann das ausgleichen. Damit hilft man auch anderen Halbhöhlenbrütern wie Rotkehlchen, Zaunkönig oder Hausrotschwanz.

Geschrieben von Lena Seifert