Biosphärenreservat Südost-Rügen

Kultur, Landschaft, Meer und mehr

Was ist eigentlich ein Biosphärenreservat? „Bio“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Leben“.  „Sphäre“ kommt auch aus dem Griechischen und bedeutet „Hülle“ oder „Raum“.  „Reservat“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „bewahren“. Biosphärenreservat heißt also „Lebensraum bewahren“. Aber wie groß ist jetzt eigentlich der Lebensraum aller Tiere und Pflanzen? Das ist so hoch, wie manche Vögel fliegen und so tief, wie manche Fische schwimmen können. Das ist ca. 10 km hoch in den Himmel und ca. 10 km tief ins Meer. Also ist der Lebensraum etwa 20 km „dick“ und ein Stückchen dieses Lebensraums wollen wir hier im Südosten Rügens bewahren. Das Biosphärenreservat Südost-Rügen ist ungefähr 23.000 ha groß, wovon ca. 11.800 ha Wasser sind.

Warum gibt es das Biosphärenreservat Südost-Rügen?

Das wichtigste Gebiet bei uns ist die Pflegezone. Sie fällt in die Kategorie Naturschutzgebiet. Anders als das Motto „Natur Natur sein lassen“ im Nationalpark, wird im Biosphärenreservat durch pflegerische Maßnahmen in die natürlichen Prozesse eingegriffen. Dadurch sollen Kulturlandschaften, die durch den Menschen entstanden sind, bestehen bleiben, denn sie bieten ein breites Spektrum verschiedener Lebensräume für eine Vielzahl von Tieren und Pflanzen.

Im Tourismus möchten wir, gemeinsam mit unseren Gästen,  unsere Landschaft so arten-, abwechslungs- und erlebnisreich erhalten, wie sie heute ist oder vielleicht hier und da noch etwas „reicher“ machen.

Hier findest du mehr Informationen:

http://www.biosphaerenreservat-suedostruegen.de/

Schutzgebietskategorie: Biosphärenreservat
Größe: ca. 23.000 ha (1/2 Wasser, 1/2 Land), das ist in etwa so groß wie 23.000 Fußballfelder
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Ranger: 13, davon 3 in der Umweltbildung
Mitarbeiter: 32
Das Schutzgebiet gibt es seit: 1990 und wurde 1991 von der UNESCO anerkannt

Welche Besonderheiten gibt es im Biosphärenreservat Südost-Rügen?

Im Biosphärenreservat Südost-Rügen hat die Natur einiges zu bieten. Als Gewässer haben wir nicht nur die Ostsee, sondern auch noch zahlreiche Boddengewässer und Seen. Unser Küstenbild reicht von weißem Sand bis hin zu Blockstränden und Steilküsten. An den Blockstränden kann man viele Findlinge entdecken und mit etwas Glück auch Versteinerungen von Muscheln und Seeigeln. Die Boddengewässer sind vom Land eingeschlossene Randgewässer der Ostsee, also eine Art kleine Lagune. Sie dienen vielen Fischarten als Kinderstube. Fast alle Gewässer hier sind bedeutsames Rast- und Brutrevier für durchziehende und heimische Wasservögel.

Außerdem haben wir viele große Waldgebiete, z. T. sogar so alt, dass man sie als Urwälder bezeichnen könnte. Die Wälder sind meistens Buchenwälder, aber gerade in Küstennähe haben wir auch Kiefern und über die Insel verteilt viele Kastanien- und Lindenalleen. Einzigartig sind auch die offenen Landschaften, wie die Salz- und Feuchtwiesen und die Trockenrasen, in denen viele seltene Arten eine Heimat haben.

Welche typischen Tiere und Pflanzen gibt es im Biosphärenreservat Südost-Rügen?

Typische Tiere
Typische Pflanzen
  • Orchideen
  • Lichtnelke
  • Pechnelke
  • Sandstrohblume
  • Strand-Grasnelke
  • Stranddistel
  • Eichen (ca. 800 Jahre)
  • Buchen (ca. 300 Jahre)

Was bietet das Biosphärenreservat Südost-Rügen für Kinder und Jugendliche?

Die „Weiße Stadt“ Putbus ist immer einen Besuch wert. Dort gibt es einen 75 ha großen Park, der zum ehemaligen Schlossgelände gehört. Das Besondere dort ist das 8 ha große Tiergehege mit Dam- und Rotwild.

Du kannst aber auch die Insel Vilm besuchen. Sie ist ein Teil der Kernzone im Biosphärenreservat und liegt südlich von Rügen. Um sie zu erreichen, muss man ca. 10 Minuten mit dem Boot vom Hafen Lauterbach aus fahren. Der größere Inselkern, der sogenannte „Große Vilm“, ist für Besucher nur mit einer geführten Wanderung zum Tag der offenen Tür und zum Herbstspaziergang möglich. Die Insel besteht aus zwei Inselkernen und einer Nehrung. So sind auf ihr alle Küstenformen, die es auch an der südlichen Ostsee gibt, vereint. Über einen Hochuferweg kann man sie einmal umrunden, wundervolle Aussichten genießen und seltene Tiere und Pflanzen bestaunen.

Wie kannst du Junior Ranger im Biosphärenreservat Südost-Rügen werden?

Junior Ranger kannst du bei uns werden, wenn deine Schule das Projekt anbietet.
Hier erfährst du etwas über die Lebensräume Wald, Wiese und Wasser. Am Schuljahresende wirst du dann, nach erfolgreich abgeschlossener Prüfung, Junior Ranger.

Seit dem Jahr 2011 gibt es in Zusammenarbeit mit dem WWF Deutschland unsere erste Junior-Ranger-Gruppe, die Robbenbotschafter. Weitere Gruppen sind in Planung.

Welche Angebote gibt es für Junior Ranger im Biosphärenreservat Südost-Rügen?

Solange es das Wetter zulässt, geht es raus in die Natur, um die Stockwerke der Wiese direkt vor Ort zu erforschen oder Specht- und Fledermaushöhlen im angrenzenden Waldgebiet zu suchen. Oder es geht zum Bodden und ihr untersucht dessen Wasserqualität und seine Bewohner.

Zum krönenden Abschluss des Schuljahres geht es dann für die Besten in das Junior-Ranger-Camp. Dort könnt ihr noch einmal auf Wanderungen und einer Waldrallye zeigen, was ihr im vergangenen Jahr alles gelernt habt.

Als Angebot für unsere Urlauberkinder führen euch die Wanderungen über unsere wunderschönen Hochuferwege, durch die alten Buchenwälder oder auch direkt am Ostseestrand entlang. Unterwegs erfahrt ihr viel Spannendes über unsere Tier- und Pflanzenwelt und lernt die Umgebung auch mal aus der Vogel- und Käferperspektive kennen.

Wer kann deine Fragen beantworten?

Dagmar Hartmann
Amt für das Biosphärenreservat Südost-Rügen
Dezernat 30
Circus 1
18581 Putbus

Telefon: 03 83 01 – 8829-30
Telefax: 03 83 01 – 8829-50

Schreib eine Email an: D.Hartmann@suedostruegen.mvnet.de