Dachs

Meles meles

Der Dachs gehört zur Familie der Marder. Er ist mit 80 bis 90 cm Länge etwa so groß wie ein Fuchs. Allerdings hat er viel kürzere Beine und wirkt etwas gedrungener. Sein Fell ist grau und am Kopf weiß. Über seine Augen ziehen sich die typischen schwarzen Gesichtsstreifen bis zu den kleinen Ohren. Das Dachsmännchen ist immer etwas größer als das Weibchen und kann bis zu 25kg schwer werden.

Wo lebt der Dachs?

Der Dachs lebt in ganz Europa und im angrenzenden Teil von Asien. Nur auf Island und den Mittelmeerinseln ist er nicht anzutreffen. Außerdem ist zum Beispiel der Norden Skandinaviens zu kalt für den Dachs. Dort ist der Winter zu lang und er findet nicht genug Nahrung.

Wie alt kann der Dachs werden?

In freier Wildbahn kann der Dachs bis zu 15 Jahre alt werden.

Wie lebt der Dachs?

Der Dachs ist dämmerungs- und nachtaktiv. Er lebt häufig in Familienverbänden in Laub- und Mischwäldern in einem großen Dachsbau. Wenn es kälter wird, hält der Dachs eine Winterruhe. Dabei kann er bis zu 3 Monate ohne Nahrung auskommen, weil er sich im Herbst einen ordentlichen Winterspeck anfrisst. Das Weibchen bringt im Frühling bis zu fünf Junge zur Welt, die sie in der weichen Kinderstube im Bau großzieht.

Was frisst der Dachs?

Der Dachs ist ein Allesfresser. Kaum etwas, das ihm bei seinen nächtlichen Streifzügen vor die Nase kommt, wird verschmäht. Am liebsten frisst der Dachs Regenwürmer und Schnecken. Es stehen aber auch Maulwürfe, Larven, Obst, Pilze, Beeren und Eicheln auf seinem Speiseplan.

Besonderes

Der Dachs hat an den Vorderpfoten lange Klauen, mit denen er hervorragend graben kann. Er arbeitet ständig an seinem Bau, der von Dachsgeneration zu Dachsgeneration größer wird. Zu einem Bau gehören viele Ein- und Ausgänge, einige Wohnkessel und ein großes Tunnelsystem. Die Wohnkessel können bis zu 5m tief unter der Erde liegen. In England wurde ein Dachsbau entdeckt, der 50 Wohnkammern und 178 Eingänge hat. Diese sind durch 879m Tunnel miteinander verbunden. Wenn ein Dachsbau groß genug ist, wohnen häufig auch Füchse mit dem Dachs zusammen.

Schutz

In den 70er Jahren wurden viele Füchse in ihrem Bau mit Gas getötet, weil sie die ansteckende Krankheit Tollwut verbreitet haben. Viele Dachse starben ebenfalls an dieser Vergasung. Inzwischen haben sich die Dachse aber überall wieder sehr gut erholt.

In Deutschland gehört der Dachs zu den jagdbaren Arten und darf von August bis Ende Oktober gejagt werden. Es wird aber überlegt, die Jagd auf den Dachs ganz zu verbieten, weil die getöteten Dachse gar nicht verwendet werden. Um den Dachs bekannter zu machen, wurde er zum „Tier des Jahres 2010“ ernannt.

Geschrieben von Alina Rosien