Müritz-Nationalpark

Land der tausend Seen

Der Müritz-Nationalpark wird auch „Land der tausend Seen“ genannt – und das zu Recht! Zahlreiche Seen glitzern um die Wette und werden umrahmt von verwunschenen Wäldern. Seeadler und Fischadler sind hier zu Hause und man ist wirklich verblüfft, wenn sie jagend vom Himmel stürzen. Gleich nebenan in den vielen Mooren kann man sogar die scheuen Kraniche antreffen, und mit etwas Glück begegnet man hier im Frühling den männlichen Moorfröschen in ihrem blauen Hochzeitskleid. Wenn der Herbst ins Land zieht, dann erobern seltsame Gesellen wie der Stachelbart (ein Pilz) und Co. die Wälder.

Warum gibt es den Müritz-Nationalpark?

Weltweit haben die Nationalparks das Motto: „Natur Natur sein lassen“. So ist es auch im Müritz-Nationalpark. Die Natur soll hier die Möglichkeit bekommen, sich ohne Eingriffe des Menschen zu entwickeln. Das Ergebnis ist oft überraschend und auf jeden Fall beeindruckend, denn in industrialisierten Ländern wie Deutschland wissen wir oft gar nicht mehr, wie ursprüngliche Natur eigentlich aussieht. Somit hat sich der Müritz-Nationalpark einiges vorgenommen, denn auch bewusstes „nicht Eingreifen“ ist gar nicht so einfach, wie man meinen könnte.

Vor der Gründung des Nationalparks wurde in dieser Region noch viel Wald-, Land- und Fischwirtschaft betrieben. Damit kann man natürlich nicht von heute auf morgen aufhören, schließlich leben auch Menschen in der Nationalparkregion. Fest steht auf jeden Fall: 2015 wird die Waldbewirtschaftung eingestellt. Die kleinen Waldmoore werden bis dahin gesichert und wiederhergestellt sein, sodass sie keine Betreuung durch den Menschen mehr benötigen.

Im Nationalpark geht es aber nicht nur um „Natur Natur sein lassen“, natürlich will man auch attraktive Angebote für Besucher anbieten. So wird zum Beispiel das Wander- und Radwegenetz weiter ausgebaut.

Hier findest du mehr Informationen

http://www.mueritz-nationalpark.de/

Schutzgebietskategorie: Nationalpark
Größe: 322 km² , das entspricht etwa 43.000 Fußballfelder
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Ranger: 20
Mitarbeiter: 100
Das Schutzgebiet gibt es seit: 1990

Welche Besonderheiten gibt es im Müritz-Nationalpark?

Der Nationalpark zeichnet sich durch seine vielen Seen und die großen Waldflächen aus. Hier dominiert die Kiefer, die zwei Drittel der Waldfläche ausmacht.  Ein ganz besonderes Juwel sind jedoch die alten Buchenwälder, die du vorwiegend im östlichen Teil des Nationalparks finden kannst. Umgestürzte Baumriesen sind dabei keinesfalls einfach nur tot, sondern bieten einer Fülle an Käfern, Pilzen und anderen Kleinstlebewesen ein Zuhause. Somit wundert es nicht, dass in dieser einzigartigen Waldwildnis das Trommeln des Schwarzspechts weithin zu hören ist.

Die vielen Seen haben ihre ganz eigenen Charaktere. Sie alle sind in der letzten Eiszeit durch die unglaubliche Kraft der Gletscher entstanden. Aber See ist nicht gleich See. Manche schimmern silbern und laden zum Schwimmen ein, andere sehen dunkel und verwunschen aus. Häufig hat dieser Unterschied mit der Wasserversorgung zu tun. Speist eine Quelle den See, so ist dieser meist  glasklar, dafür aber auch nährstoffarm  und häufig kalkreich.  Durchströmt ein Fluss den See, so ist er  hingegen wesentlich nährstoffreicher. An der Spitze stehen kleine Wald- und Moorseen, die oft braun gefärbt sind, da sich viele Nährstoffe aus dem Boden im Wasser gelöst haben.

Neben den Wäldern und Seen kannst du noch eine ganz eigenwillige und sehr eindrucksvolle Landschaft entdecken – die Moore. Je nachdem, ob du dir einen Überblick verschaffen oder die Natur unter die Lupe nehmen willst, kannst du entweder auf einen Beobachtungsturm klettern oder du besuchst einen Lehrpfad. Ausgestattet mit Fernglas oder Lupe entdeckst du bestimmt viele faszinierende Tiere und Pflanzen:  Zum Beispiel den Sonnentau, eine Pflanze, die kleine Insekten mit ihren klebrigen Blättern fängt – also ein echter Fleischfresser.

Welche typischen Tiere und Pflanzen gibt es im Müritz-Nationalpark?

Typische Tiere
Typische Pflanzen
  • Schneidried
  • Kuckuckslichtnelke
  • Krebsschere
  • Dorniger Stachelbart, Zunderschwamm (Pilze)

Was bietet der Müritz-Nationalpark für Kinder und Jugendliche?

Ein Ausflug zum 36 Meter hohen Käflingsbergturm ist eine tolle Sache. Vom Turm aus hast du eine fantastische Aussicht auf die vielen Seen und die großen Wälder und kannst dir gleich ein neues Ziel im Nationalpark ausgucken.

Die Natur kannst du am besten beim Paddeln auf der Havel oder auf einem der Seen erkunden. Vom Boot aus lassen sich die Seeadler beim Jagen beobachten oder Fische im flachen Wasser bewundern. Oder man schippert einfach nur an den hübschen Seerosen vorbei. Das hat den Vorteil, dass du dich außerhalb des Nationalparks nach dem Paddeln gleich im kühlen Wasser erfrischen kannst.

Vielleicht bist du auch am Ostufer der Müritz, wo das Schilf die Rothirsche zur Brunft und das flache Wasser die Kraniche bei ihrer Herbstrast anzieht.

Ein lohnenswerter Ausflug sind die alten Buchenwälder im östlichen Teil des Nationalparks, die man vom Jugendwaldheim Steinmühle oder Zinow aus durchstreifen kann.

Im August solltest du auf keinen Fall die Fledermausnacht in Katzeburg verpassen.

Wie kannst du Junior Ranger im Müritz-Nationalpark werden?

Um im Müritz-Nationalpark ein waschechter Junior Ranger zu werden, solltest du in der 3. Klasse sein. Mit einer kleinen Prüfung wird man dann in den Kreis der Junior Ranger aufgenommen.

Die Junior Ranger treffen sich einmal im Monat zu erlebnisreichen Aktivitäten im und am Müritz-Nationalpark.

Welche Angebote gibt es für Junior Ranger im Müritz-Nationalpark?

Als Junior Ranger kann man mit anderen in der Natur tolle Abenteuer erleben und etwas über die Heimat und die Region erfahren. Du kannst seltene Tiere und Pflanzen entdecken und beobachten. Die Junior Ranger besuchen auch interessante Ausstellungen, wie im Müritzeum – dem größten Besucherzentrum in der Umgebung. Der absolute Höhepunkt war das gemeinsame Zeltlager beim Bundestreffen der Junior Ranger am Bolter Kanal im Müritz-Nationalpark. Gelegentlich helfen auch einige Junior Ranger bei Bastelständen mit, begleiten Informationsveranstaltungen oder aktualisieren selbstständig Informationstafeln im Nationalpark. Als nächstes gemeinsames Ziel steht eine Kanufahrt an.

Wer kann deine Fragen beantworten?

Nationalparkamt Müritz
Sachgebiet Umweltbildung / Jugendwaldheim
Steinmühle
17237 Carpin

AnsprechpartnerIn:
Sebastian Krage oder Barbara Lüthi-Herrmann
Telefon: 039821/40370
Fax: 039821/40371
E-Mail: jugendwaldheim@npa-mueritz.mvnet.de