Waschbär

Procyon lotor

Der Waschbär hat graubraunes Fell und einen schwarzbraun geringelten buschigen Schwanz. Von der Nasenspitze bis zum Schwanzende kann er 45-60 cm lang werden. Männchen sind aber immer etwas größer und schwerer als Weibchen. Die wilden Waschbären in Deutschland können bis zu 10 kg wiegen. Seine typische Kopfzeichnung lässt den Waschbären wie einen kleinen Räuber aussehen. Das Fell um die Augen ist nämlich schwarz und wird von einem weißen Ring umrandet.

Wo lebt der Waschbär?

Der Waschbär ist in seiner Ursprungsheimat Nordamerika weit verbreitet. In Europa wurde er um 1930 ausgewildert und hat mittlerweile ganz Deutschland, die Niederlande, Österreich und Dänemark für sich erobert.

Wie alt kann der Waschbär werden?

In freier Wildbahn kann der Waschbär bis zu 16 Jahre alt werden. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt aber nur bei zwei bis drei Jahren.

Wie lebt der Waschbär?

Der Waschbär ist dämmerungs- und nachtaktiv. Er ist ein Einzelgänger, der nur zur Paarungszeit länger mit seinen Artgenossen zusammenbleibt. Tagsüber verkriecht er sich zum Schlafen am liebsten in hohe Baumhöhlen, wo er im Winter auch gut geschützt seine Winterruhe hält. Der Waschbär lebt in Wäldern und auch Parklandschaften mit langsam fließenden Gewässern in der Nähe. Mittlerweile ist er aber auch in Siedlungen immer häufiger anzutreffen.

Was frisst der Waschbär?

Der Waschbär ist ein Allesfresser. Aus dem Wasser fängt er sich zum Beispiel Fische, Krebse und Lurche. Außerdem plündert er Vogelnester und frisst die Eier und kleine Vögel. Es stehen aber auch Beeren, Obst, Nüsse, Mais und Eicheln auf seinem Speiseplan.

Besonderes

Der Waschbär heißt so, weil er seine Nahrung häufig vor dem Fressen ins Wasser taucht. Es sieht so aus, als würde er sein Futter waschen. Das macht er aber nicht. Der Waschbär weicht trockenes Futter nur vorher gerne im Wasser auf. Außerdem hat er einen sehr empfindlichen Tastsinn an den Vorderpfoten. Macht er seine Pfoten nass, dann weicht die dickere Hautschicht über seinen empfindlichen Pfoten durch und er kann sein Futter noch besser ertasten.

Schutz

Ursprünglich wurde der Waschbär wegen seines Pelzes nach Deutschland geholt. Dieser geschickte Kletterkünstler hat sich jetzt aber so stark ausgebreitet, dass er auf vielen Dachböden oder in Wänden und Schornstein großen Schaden anrichtet. Deshalb bauen einige Menschen einen Blechmantel um Bäume und Dachrinnen, damit der Waschbär nicht ins Haus klettern kann. Der Waschbär darf aber auch von Jägern geschossen und in Lebendfallen gefangen werden. So werden außerdem viele Vogelarten geschützt, da der Waschbär auch die Küken aus den Nestern klaut.

Geschrieben von Alina Rosien