Weidenröschen

Weidenröschen

Das Weidenröschen ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Nachtkerzengewächse. Es gibt bis zu 190 verschiedene Arten, von denen in Europa mindestens fünf vorkommen. Denn je nach Autor variieren diese Zahlen. Das Weidenröschen wächst als krautige Pflanze, selten auch Halbsträucher. Das Weidenröschen bildet Ausläufer oder unterirdische Knospen. Die oberirdischen Pflanzenteile sind dicht behaart bis kahl. Die Stängel liegen auf dem Boden oder stehen aufrecht und sind behaart oder kahl.
Die Blätter sind rechts und links abwechselnd am Stängel angeordnet. Entweder haben sie einen Stängel oder nicht. Außerdem bildet das Weidenröschen über dem Boden eine Rosette aus Blättern.
Die Blüten des Weidenröschens sind je nach Art rötlich, rosafarben oder weißlich. Sie sind oft klein und haben zwei verschiedene Geschlechter. Eine Pflanze hat mehrere Blüten, die in Rispen, Ähren oder verzweigt wachsen.
Die Frucht des Weidenröschens ist eine Kapselfrucht. Sie sie ist lang und dünn und enthält viele Samen.

Wo lebt das Weidenröschen?

Das Weidenröschen ost auf der ganzen Welt verbreitet. In Europa kommen mindestens fünf verschiedene Arten vor.
Das Weidenröschen lebt in Gebirgen, hier bei uns und sind das oft die Alpen und das Alpenvorland. Aber auch in den Mittelgebirgen kommt das Weidenröschen vor, allerdings nur zerstreut.

Wie alt kann das Weidenröschen werden?

Das Weidenröschen wird je nach Art ein bis mehrere Jahre alt.

Was braucht das Weidenröschen?

Das Weidenröschen lebt meist auf Lehm- oder Tonböden. In der freien Natur taucht das Weidenröschen unter anderem auf Waldflächen auf, die abgeholzt wurden oder abgebrannt sind. Das Weidenröschen ist eine sogenannte Pionierpflanze, die sich als Erste wieder an die Erdoberfläche wagt. Wie gut die Röschen wachsen, ist von drei Faktoren abhängig: Nährstoffe, Licht und Wasser. Von diesen Dingen muss genügend vorhanden sein, damit das Weidenröschen gut wachsen kann. Deshalb gilt es als Nährstoffzeiger. Das bedeutet, dort, wo das Weidenröschen wächst, lässt sich erkennen, ob bestimmte Nährstoffe da sind oder nicht.

Wie wird das Weidenröschen genutzt?

In der Heilkunde wird das Weidenröschen als Tee und Tinktur genutzt. Bei Wunden können frische, gequetschte Blätter helfen, jedoch gibt es dazu wesentlich heilkräftigere Pflanzen, zum Beispiel Hirtentäschel oder Spitzwegerich. Wenn man das Weidenröschen als Tee trinkt, wirkt es anregend und kann einem neue Energie geben. Für den Tee verwendet man vor allem die Blätter.
In der konventionellen Landwirtschaft (= nicht ökologisch) werden alle Arten des Weidenröschens als  „Ackerunkraut“ gesehen und bekämpft.

Wie sieht die Vegetationsperiode des Weidenröschens aus?

Im Frühling treibt das Weidenröschen neue Blätter und Knospen aus. Je nach Standort blüht das Weidenröschen zwischen April und September. In dieser Zeit werden die Blüten von Insekten bestäubt, das Weidenröschen kann sich aber aber auch selbst bestäuben. Wenn die Blüten bestäubt wurden, entwickeln sich aus ihnen die Kapselfrüchte. In ihnen sind die Samen enthalten. Wenn die Frucht reif ist, öffnet sie sich vier Klappen und lassen die Samen frei. Die Samen haben oft an einem Ende lange seidenhaarige Anhängsel. Mit ihnen können sich die Samen besser durch den Wind ausbreiten. Die Verbreitung der Samen durchden Wind nennt man Anemochorie.

Besonderes

Das Bundesamt für Naturschutz von Deutschland hat 2013 für das drüsige Weidenröschen, welches aus Amerika stammt, eine neue Empfehlung ausgerufen. Denn das drüsige Weidenröschen verdrängt zwar keine einheimischen Arten, es wächst aber auf unbewachsenen Freiflächen. Und diese Freiflächen benötigen manche Vogelarten als Lebensraum. Daher wurde das drüsige Weidenröschen als invasiv eingestuft und soll in seiner Ausbreitung eingeschränkt werden.

Schutz

Das Weidenröschen ist eine einheimische Pflanze, die nicht gefährdet ist. Damit wird sie auch nicht besonders geschützt.