Weinbergschnecke

Helix pomatia

Das Auffällige bei der Weinbergschnecke ist vor allem ihr bis zu 3 cm großes, bräunliches Kalkgehäuse. Darin kann sich die etwa 10 cm lange und 30 g schwere Schnecke komplett zurückziehen. Kopf, Fuß, Eingeweidesack und Mantel bilden ihren weichen Körper. Mit dem kalkhaltigen Schleim, auf welchem die Weinbergschnecke gleitet, kann sie auch kleinere Schäden am Gehäuse reparieren.

Wo lebt die Weinbergschnecke?

Kalkreiche und feuchte Böden von offenen Landschaften sind der Lebensraum der Weinbergschnecke. In Mitteleuropa ist diese Art weit verbreitet. Fehlt allerdings ausreichend Kalk in ihrer Umgebung, bilden sich nur dünne Gehäuse und die Schnecken fallen vermehrt Fressfeinden zum Opfer.

Wie alt kann die Weinbergschnecke werden?

In der freien Natur kann die Weinbergschnecke etwa acht Jahre alt werden.

Wie lebt die Weinbergschnecke?

Weinbergschnecken sind Zwitter, sie können sich aber nicht selbst befruchten. Nach der Paarung legen oft beide Partner 40 bis 60 weißliche Eier in eine selbst gegrabene Bruthöhle. Der Nachwuchs schlüpft nach 2 Wochen und besitzt schon ein winziges Gehäuse. Im Winter verschließt die Schnecke ihr Haus mit einem Kalkdeckel, den sie im Frühjahr verliert. Sie hält im Sommer gelegentlich Trockenschlaf.

Was frisst die Weinbergschnecke?

Die vier Fühler am Kopf helfen der Weinbergschnecke bei der Nahrungssuche. Tasten und Schmecken übernehmen die 2 kurzen Fühler. Sehen und riechen kann die Schnecke mit den längeren Fühlern. Sie frisst weiche und welke Pflanzenteile und weidet mit ihrer mit 40.000 Zähnchen besetzten Zunge auch Algen ab.

Besonderes

Mit wellenförmigen Bewegungen der Fußmuskulatur rutscht die Weinbergschnecke auf einem Schleimfilm und kann bis zu 7 cm pro Minute „schnell“ sein. Über scharfe Kanten kann die Schnecke so gefahrlos gleiten und auch Wände und Bäume erklettern. Wasser nimmt der Schleim schnell auf, gibt es aber schwer wieder ab und schützt das Tier somit vor dem Austrocknen. Bei Gefahr durch Fressfeinde wie Ameisen kann die Weinbergschnecke durch Aufblasen Schaum erzeugen und damit die Insekten abwehren.

Schutz

In Deutschland sind Weinbergschnecken streng geschützt. Es gilt vor allem die Lebensräume der Tiere, die auch gern in Weinbergen zu finden sind, zu erhalten.
In manchen Ländern gelten Weinbergschnecken als Delikatesse. Da das Sammeln der Tiere verboten ist, gibt es Schneckenzuchten, welche die Restaurants beliefern.
In freier Wildbahn erreicht nur jede zwanzigste Schnecke das geschlechtsreife Alter von zwei Jahren.

Geschrieben von Robby Meißner