Austernfischer

Haematopus ostralegus

Der Austernfischer ist ein schwarz-weißer Vogel mit roten Beinen und einem langen, orangeroten
Schnabel. Kopf, Hals und Rücken sind schwarz, der Bauch ist weiß. Er ist ca. 40 cm lang, hat eine
Flügelspannweite von ca. 85 cm und wiegt ca. 500 Gramm. Er ist damit ungefähr so groß wie eine
Krähe. Typisch für den Austernfischer sind die markanten roten Augen.

Wo lebt der Austernfischer?

Der Austernfischer lebt am Meer. Strände, Salzwiesen und flache Meeresküsten bieten ihm gute
Lebensbedingungen und ausreichend Nahrung in Form von Muscheln und Würmern.
Austernfischer kommen in Europa an den Küsten der Nordsee und des Nordatlantiks vor,
teilweise auch an der Ostsee. Einer ihrer wichtigsten Lebensräume ist aber das Wattenmeer
der Nordsee. Sie brüten meist in Küstennähe, an Stränden oder in Salzwiesen.
Außerhalb der Brutzeit kannst du Austernfischer in großen Schwärmen beobachten.
Zu hören sind sie aber besser während Balz und Brut: Schrille, trillernde Rufe sind hier an der Tagesordnung.

Wie alt kann der Austernfischer werden?

Im Durchschnitt werden Austernfischer ca. 15 Jahre alt. Einzelne Vögel werden aber auch deutlich älter, der Altersrekord liegt derzeit bei 44 Jahren!

Wie lebt der Austernfischer?

An den Küsten wird der Tagesrhythmus der Austernfischer durch Ebbe und Flut bestimmt. Bei Ebbe sind sie im Watt und fressen, bei Flut rasten sie an Land. Außerhalb der Brutzeit sind sie gesellig und man kann Schwärme von Austernfischern beobachten, zur Brutzeit verteidigt das Paar sein Nest aggressiv gegen andere Vögel. Meist bleibt ein Paar sein Leben lang zusammen. Das Nest ist eine flache Mulde, in die das Weibchen meist drei Eier legt. Die Eier sind hellbraun mit dunklen Flecken und etwas kleiner als Hühnereier. Beide Altvögel brüten die Eier aus und füttern anschließend die Jungen.
Austernfischer sind sehr laut. Oft hört man die schrillen Triller und Rufe zur Balzzeit oder wenn sich benachbarte Paare am Brutplatz in die Quere kommen.

Was frisst der Austernfischer?

Sein Name täuscht: er fischt nicht und frisst auch nicht so gerne Austern. Austernfischer fressen Würmer, Krebse, Muscheln, Schnecken und Insekten. Sie sind sehr anpassungsfähig, was die Nahrung angeht, daher können sie auch im Binnenland von Insekten und Regenwürmern leben.

Besonderes

Je nach Nahrung bilden die Austernfischer verschiedene Schnabelformen aus. Wenn die jungen Vögel lernen, Muscheln und Schnecken aufzuhämmern, bekommen sie eine abgestumpfte und verkürzte Schnabelspitze (Hammerschnabel). Wenn sie hingegen lernen, blitzschnell in eine leicht geöffnete Muschel zu stoßen und diese aufzumeißeln, dann entwickeln sie eine meißelförmige Schnabelspitze. Wurmfresser schließlich haben einen spitz zulaufenden „Pfriemschnabel“, mit dem sie im weichen Untergrund stochern können. Die einmal erlernte Technik behalten die Austernfischer ihr Leben lang bei.

Das Federkleid des Austernfischers hat eine unverwechselbare schwarz-weiße Färbung. Weil diese
Färbung an Elstern oder Störche erinnert, hat der Austernfischer Spitznamen wie
Strand-Elster und Hallig-Storch.

 

Schutz

Austernfischer gelten in Deutschland als nicht gefährdet. Allerdings ging ihr Bestand im Wattenmeer in den letzten Jahren stark zurück. Die Austernfischer auf dem Festland können fast keine Jungen mehr großziehen, da viele Eier oder Küken von Räubern wie z. B. Füchsen oder Möwen erbeutet werden. Außerdem kommt es auch im Sommer immer häufiger zu Sturmfluten, die die Nester überfluten und die Brut zerstören.

Geschrieben von Silke Ahlborn