Beifuß

Artemisia vulgaris

Der Beifuß hat einen aufrechten Stängel, der nicht oder nur wenig behaart ist. Er kann zwischen 60 cm und 2 m groß werden. Die Pflanze ist trotz ihrer Größe eher unscheinbar, da die Färbung ihrer Blüten nicht sehr bunt erscheint. Die in einer Ähre bzw. Traube angeordneten Blüten ändern ihre Farbe im Laufe der Blütezeit von graugrün bis gelb oder zartrosa. Die Hüllblätter, die die Blüte umgeben, haben eine filzige Behaarung. Die Laubblätter des Beifußes sind meist bis zu 5 cm lang und 2 bis 3 cm breit. Nur selten können sie Längen von bis zu 10 cm erreichen. Die Oberseite der Laubblätter ist grün, während die Unterseite aufgrund von Behaarung grau-weißlich ist. Der Beifuß wurzelt nur 60 bis 155 mm tief.

Wo lebt der Beifuß?

Die genaue Herkunft des Beifußes ist nicht bekannt. Es wird jedoch angenommen, dass die Pflanze ursprünglich aus Mittel- und Nordeuropa stammt. Von dort, vermutet man, wurde sie durch den Menschen verbreitet. Heute ist der Beifuß nahezu auf der gesamten Nordhalbkugel vorzufinden und eine sehr häufig anzutreffende Pflanze. Sie ist in Nordamerika, einschließlich Alaska bis nach Mexiko genauso vorhanden, wie in Zentralasien und in mitteleuropäischen Ländern.

Wie alt kann der Beifuß werden?

Der Beifuß ist eine krautige Pflanze, die mehrere Jahre alt wird und jährlich blüht.

Was braucht der Beifuß?

Wild wächst der Beifuß vor allen Dingen auf nährstoffreichen Böden. Er kommt an Wegrändern, Geröllplätzen, Bahndämmen, Böschungen und anderen verwilderten Stellen vor. Dort, wo er auftritt, ist er meist in großer Anzahl zu finden.

Wie wird der Beifuß genutzt?

Früher galt der Beifuß als Mutter aller Kräuter. Er wurde gegen Verdauungsprobleme eingesetzt und sollte außerdem auf magische Weise stärken und schützen.
Heute wird der Beifuß als Gewürzpflanze zu fetten, schweren Fleischgerichten genutzt. Da die enthaltenen Bitterstoffe die Bildung von Magensaft und Gallenflüssigkeit anregen, unterstützen sie die Verdauung. Besondere Bedeutung hat der Beifuß als typisches Winterkraut bei der Zubereitung der Weihnachtsgans.
Außerdem wird durch Wasserdampfdestillation aus den getrockneten Pflanzen Parfümöl gewonnen. Der Anbau zur Gewinnung von Öl für die Parfümindustrie findet hauptsächlich in Nordafrika und Südeuropa statt. Die Erntezeit des Beifußes erstreckt sich von Juli bis Oktober. Allerdings findet die Erntezeit für die Wurzel erst im Spätherbst statt.

Wie sieht die Vegetationsperiode des Beifußes aus?

Die Blütezeit des Beifußes erstreckt sich von Juli bis September. Die Blüten werden durch den Wind bestäubt und die Fruchtreife beginnt dann ab September.

Besonderes

Das Beifußkraut wurde in früheren Zeiten in Mitteleuropa zur Sommer- und Wintersonnenwende zusammen mit anderen getrocknetenen Kräutern zur Abwehr von bösen Geistern in Häusern und Ställen als Räuchermittel genutzt. Des Weiteren hing man den Beifuß mit den Spitzen nach unten an den Dachfirst. Dies sollte Blitze abwehren und Seuchen fern halten.

Der Beifuß ist in Deutschland häufig anzutreffen und gilt daher auf der Roten Liste der gefährdeten Arten als nicht gefährdet. Aus diesem Grund steht er auch nicht unter Schutz.

Geschrieben von Milena Krüger