Bekassine

Gallinago gallinago

Die Bekassine gehört zur Familie der Schnepfenvögel und kann eine Größe von bis zu 28 cm erreichen. Bekassinen können bis zu 120 Gramm schwer werden. Sie verfügen über einen recht langen Schnabel, der zwischen 5 und 7,5 cm lang wird. Das Gefieder der Bekassine hat eine bräunliche Färbung, welches am Bauch weiß ist. Besonders auffallend sind dabei die Längsstreifen an Kopf und Rumpf. Männchen und Weibchen unterscheiden sich im Aussehen nicht.

Wo lebt die Bekassine?

Die Bekassine ist in Europa und Asien relativ weit verbreitet. Man findet sie sowohl in Island, als auch in Nordportugal, aber auch von Sibirien bis Afghanistan.
In Deutschland findet man die Bekassine zur Brutzeit in Feuchtgebieten wie Mooren und Wiesen oder in offenem Sumpfland, zur Zugzeit an Binnengewässern und Küsten.

Wie alt kann die Bekassine werden?

Bekassinen können ein Lebensalter von ca. 12 Jahren erreichen.

Wie lebt die Bekassine?

Bekassinen wechseln in den kalten Wintermonaten ihren Lebensraum. Einige Bekassinen fliegen nach Südeuropa und Afrika, andere bleiben im Winter aber auch an kälteren Orten, wie den Küsten von Deutschland oder Norwegen.
Bekassinen sind tagaktive Tiere. Paare bilden sich nur zur Brutzeit. Die Weibchen brüten am liebsten in flachen Mulden mit erhöhtem Standort. Die Brutzeit ist meistens Ende April und dauert ca. 20 Tage.

Was frisst die Bekassine?

Die Bekassine ernähert sich vorwiegend von Würmern, Insekten, Larven und kleinen Beeren.
Dafür hat sie eine besondere Technik entwickelt: Mit ihrem langen Schnabel stochern die Bekassinen tief im Untergrund (auch im Wasser) und laufen dabei dann langsam vorwärts.  In weichem Boden führen sie mitunter ihre Schnäbel so tief in die Erde, dass der komplette Schnabel im Boden verschwindet. Da Bekassinen eine bewegliche Schnabelspitze haben, ist es ihnen möglich, kleine Beutetiere noch unter der Erde zu fassen und zu verschlucken, ohne dass sie ihren Schnabel aus der Erde herausziehen müssen.
Meistens begeben sich Bekassinen in der Dämmerung auf Nahrungssuche.

Im Jahr 2013 wurde die Bekassine zum Vogel des Jahres gewählt, um auf den schwindenden Bestand dieser Vogelart in Deutschland aufmerksam zu machen.

Für ganz Europa betrachtet ist die Bekassine nicht vom Aussterben bedroht. Vor allem in Russland, dem Baltikum und Skandinavien gibt es noch sehr große Bestände an Bekassinen.
In Deutschland ist die Bekassine jedoch auf der Roten Liste als vom Aussterben bedrohte Art eingetragen. Gründe dafür sind Maßnahmen zur Verbesserung der intensiven Landwirtschaft, die zu einer Zersiedelung der Brutareale führen. Hinzu kommt die Verdichtung der Böden durch schwere Landmaschinen, die es der Bekassine schwer machen, mit dem Schnabel in den Boden durchzudringen.

Geschrieben von Jan-Luka Ostertun