Erdkröte

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Erdkröten sind braun, grau, rötlich bis olivgrün gefärbt. Sie haben viele, oft rötlich erscheinende, Warzen auf der Haut. Die Unterseite ist dagegen eher weiß-grau. Die Erdkröte hat einenn kräftigen Körper und einen verhältnismäßig großen Kopf. Ihre Augen glänzen golden mit einer waagerechten Pupille. Weibchen können bis zu 13 cm groß werden. Das Männchen ist mit ca. 8 cm viel kleiner. Ihr Gewicht liegt bei 50-100g.

Wo lebt die Erdkröte?

Die Erdkröte ist in ganz Europa und Asien zu Hause. Der Lebensraum der Erdkröte besteht aus einer
Mischung aus Wiesen, Weiden, Wäldern, Hecken und Gebüschen. Auch in vom Menschen geschaffenen
Strukturen wie Parks, Gärten und Obstwiesen lebt sie gern. Sogar in feuchten Kellern fühlen Erdkröten sich hin und wieder wohl. Wichtig für die Fortpflanzung ist ein geeignetes Laichgewässer in der Nähe.

Wie alt kann die Erdkröte werden?

Erdkröten können sehr alt werden. In der Natur werden sie circa 10-12 Jahre alt, in Gefangenschaft wurden manche Tiere sogar bis zu 35 Jahre alt.

Wie lebt die Erdkröte?

Erdkröten verstecken sich tagsüber unter Steinen, Holz und Blättern. Aktiv sind sie vor allem in der Dämmerung und
nachts. Sie sind wechselwarme Tiere und verbringen die kalte Jahreszeit in Erdhöhlen. Etwa Ende Februar verlassen sie nach der Winterruhe ihr Winterquartier.

Zur Paarungszeit im März beginnen Männchen und Weibchen, zu den Laichgewässern zu wandern, also zu den Gewässern, in denen sie ihre Eier ablegen werden. Erdkröten kehren ihr ganzes Leben lang zum Laichen an das Gewässer zurück, in dem sie sich selbst von der Kaulquappe zur Kröte entwickelt haben. Sogar, wenn es das Gewässer gar nicht mehr gibt, kehren sie an den Ort zurück, an dem es einmal existierte.
Treffen sich Männchen und Weibchen schon auf dem Weg zum Laichgewässer, klammert sich das deutlich kleinere Männchen auf dem Rücken des Weibchens  fest und lässt sich den Rest des Weges tragen.

Im Wasser wird der Laich, die Eier, in Form von bis zu vier Meter langen Schnüren an Wasserpflanzen befestigt. Eine Schnur kann zwischen 3000 und 6000 Eier enthalten, die sofort vom Männchen besamt werden. Erst nach der Besamung durch das Männchen, können in den Eiern Kaulquappen heranwachsen. 7 bis 15 Tage später verlassen die jungen Larven die Eihülle, bleiben aber alle in einem Schwarm zusammen. Circa 3 Monate dauert die Entwicklung vom Ei über die Kaulquappe zur Jungkröte. Das Durchlaufen dieser Stadien nennt man „Metamorphose“. Im Juni etwa beginnt dann der sogenannte „Froschregen“: Die jungen Erdkröten verlassen bei mildem Wetter alle gleichzeitig die Laichgewässer. Was für ein Spektakel!

Was frisst die Erdkröte?

Die Erdkröte frisst gerne Insekten und Larven, Nacktschnecken, Würmer, Spinnen, Asseln oder Tausendfüßer.

Besonderes

Die Erdkröte ist die größte und häufigste Krötenart in Europa. Bis auf Irland, Nordskandinavien und die Mittelmeerinseln ist sie auf dem ganzen Kontinent verbreitet. Sie kommt auch in Teilen Russlands vor.

Auf dem Weg zum Gewässer warten manche Erdkrötenmännchen auf vorbeikommende Weibchen. Sie laufen dann auf das Weibchen zu, klettern auf den Rücken und klammern sich fest. Diese Doppeldecker finden wir an feuchten Tagen auf Wegen oder in der Nähe von Gewässern.

Schutz

Die Erdkröte steht unter keinem besonderen Schutz. Um sie allerdings vor dem Straßenverkehr zu schützen, werden an manchen Stellen Krötenzäune aufgebaut.

Geschrieben von Nina Lohr, "Tiere unserer Heimat"