Nordseegarnele

Crangon crangon

Die Nordseegarnele ist ein kleiner, langgestreckter Krebs. Sie wird maximal 9,5 cm groß, dabei sind die Weibchen größer als die Männchen. Garnelen haben lange Antennen und Stielaugen. Ihr Körper ist gräulich braun und durchscheinend. Er trägt 5 Beinpaare zum Schreiten und 5 Beinpaare zum Schwimmen. Ganz hinten sitzt ein Schwanzfächer. Wird dieser ruckartig eingeklappt, kann die Garnele schnell vor Feinden flüchten. Wie alle Krebse muss sich die Garnele regelmäßig häuten, um wachsen zu können.

Wo lebt die Nordseegarnele?

Die Nordseegarnele lebt an sandigen und schlickigen Küsten auf dem Boden. Ihre Verbreitung reicht vom Weißen Meer in Russland bis an die Atlantikküste Nordafrikas. Im Winter ziehen sie sich meist in tieferes Wasser zurück.

Wie alt kann die Nordseegarnele werden?

Nordseegarnelen werden 2 bis 5 Jahre alt.

Wie lebt die Nordseegarnele?

Die Garnelen leben am liebsten im tieferen Wasser. Der Nachwuchs nutzt das Wattenmeer im Sommer. Die Garnelen vergraben sich dann meist flach im Sand oder Schlick, um nicht so leicht von Fressfeinden wie Vögeln, Fischen oder jungen Seehunden gefunden zu werden. Garnelen haben dafür in ihrem Panzer Pigmentzellen, mit denen sie sich der Farbe ihrer Umgebung anpassen können.

Die Fortpflanzung erfolgt in einem Alter von einem Jahr und findet meistens nachts statt. Das Weibchen trägt die befruchteten Eier dann ungefähr einen Monat unter dem Hinterleib, bevor die Larven schlüpfen. Die Larven schweben zunächst im Wasser, bevor sie zum Bodenleben übergehen. Die Weibchen legen bis zu dreimal im Jahr Eier.

Was frisst die Nordseegarnele?

Garnelen werden erst in der Dunkelheit aktiv. Sie sind Lauerjäger, d. h. sie warten ab, bis Nahrung zu ihnen kommt. Sie fressen bodenlebende kleine Krebse, Würmer und kleine Fische und manchmal auch kleine Artgenossen.

Besonderes

Die Nordseegarnele hat viele Namen. Sie wird auch Sand- oder Strandgarnele genannt und hat außerdem noch viele regionale Namen, z. B. Granat (Ostfriesland), Porre (Nordfriesland) oder Kraut. Am häufigsten wird sie jedoch „Krabbe“ genannt, vor allem, wenn sie auf einem Brötchen gelandet ist.

Es wird vermutet, dass Nordseegarnelen ab einer bestimmten Größe ihr Geschlecht vom Männchen zum Weibchen ändern können. Genau erforscht ist das aber noch nicht.
Eine tolle Möglichkeit, Garnelen zu entdecken, ist bei einer Wattwanderung. Stellt euch einmal in einen Priel und wartet ab, schon nach kurzer Zeit spürt ihr, wie die Garnelen über eure Füße huschen. Sie leben am Boden des Priels.

Schutz

Nordseegarnelen gibt es sehr viele, daher ist ihr Bestand im Moment nicht bedroht. Die Nordseegarnelen werden schon seit vielen Hunderten von Jahren in der Nordsee gefischt, früher mit Netzen, heute mit Kuttern. Da die Garnelen schnell verderben, werden sie bereits an Bord gekocht und bekommen dabei die bekannte rosa Farbe. Bevor man sie essen kann, muss man den Panzer abpulen, mit ein wenig Übung geht das ganz schnell.

Die meisten Garnelen, die man im Laden kaufen kann, werden aber in Marokko in Afrika gepult. Das ist für die Firmen, die die Garnelen verkaufen, viel billiger, weil die Menschen in Marokko weniger Geld dafür bekommen, als das bei uns der Fall wäre. Für den Transport der Garnelen nach Afrika und zurück wird viel Benzin und damit Energie benötigt, außerdem müssen die Garnelen mit einem giftigen Konservierungsmittel (Benzoesäure) behandelt werden, damit sie nicht verderben. Pult eure Garnelen also lieber selbst!

Geschrieben von Silke Ahlborn