Hermelin

Mustela erminea

Das Hermelin gehört zur Familie der Marder, die eine schlanke, langgestreckte Gestalt mit verhältnismäßig kurzen Beinen kennzeichnet. Das Hermelin kann bis zu 30 cm lang werden und ist mit 150- 350 g sehr leicht. Das Männchen, auch Rüde genannt, ist etwas größer und schwerer als das Weibchen (Fähe).
Meistens färbt sich das Fell des Hermelins im Winter weiß und im Sommer braun, doch in kälteren Gebieten behält es oft ganzjährig seine weiße und in wärmeren seine braune Farbe bei.

Wo lebt das Hermelin?

Das Hermelin ist bei uns in Europa, aber auch in Asien, Amerika und Australien zu finden. Es lebt bevorzugt in Wiesen oder Acker- und Buschlandschaften, gern in der Nähe von Wasser. Dichte Wälder und offenes Gelände meidet es wegen der für ihn sehr gefährlichen Greifvögel lieber.

Wie alt kann das Hermelin werden?

Die Lebenserwartung des Hermelin in Menschenobhut liegt bei ca. 6 -8 Jahren, in freier Wildbahn wird ein Hermelin nur etwa halb so alt.

Wie lebt das Hermelin?

Das Hermelin ist tag- und nachtaktiv. Im Winter bevorzugt es die Dämmerung und die Nacht für die Jagd, während es im Sommer tagsüber aktiver ist. Bevorzugt findet das Hermelin in bodennahen Orten wie hohlen Baumstämmen, Holzstapeln, Felsspalten, Wurzeln oder auch verlassenen menschlichen Gebäuden Unterschlupf. Dort kann es allerdings keinen Winterschlaf halten, da es nahezu keine Fettreserven hat.
Während der Paarungszeit zwischen April und Juni ziehen die Männchen aus ihren Revieren und machen sich auf die Suche nach einem Weibchen. Nach der Paarung kommt es im Winter zu einer Keimruhe und erst im darauffolgenden Frühling werden die Weibchen für einen Monat trächtig. Durchschnittlich kommen 6-9 Jungen zur Welt, es können aber auch doppelt so viele sein. Die ersten 5 Wochen werden die Jungtiere gesäugt, danach mit Fleischstücken gefüttert und nach 3 Monaten sind sie schließlich ausgewachsen.

Was frisst das Hermelin?

Das Hermelin ist ein Fleischfresser, er verschmäht alles Pflanzliche und frisst ausschließlich Tiere, vor allem kleinere Säugetiere, wie z.B. Mäuse und Maulwürfe. Doch auch andere Tierarten wie Lurche, Insekten, Reptilien, Vögel oder Fische können auf dem Speiseplan stehen.

Besonderes

Wenn das Hermelin seine Beute angreift, stößt es jedes Mal einen Schrei aus. Fühlt es sich allerdings bedroht, sondern Drüsen am Schwanz ein stinkendes Sekret ab.

Schutz

Das Hermelin ist nicht gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Um dies weiterhin zu gewährleisten, darf es ausschließlich zwischen dem 1. August und dem 28. Februar gejagt werden.

Geschrieben von Isabelle Lühr