Höckerschwan

Cygnus olor

Mit einer Körperlänge von 125-160 cm und einer Flügelspannweite von 2,40 Metern ist der Höckerschwan der größte Wasservogel, der bei uns heimisch ist. Die Weibchen wiegen meist unter 10 kg, die Männchen bis zu 15 kg.

Höckerschwäne haben am ganzen Körper weißes Gefieder, Füße und Beine sind grau-schwarz. Der Schnabel ist auffallend orange-rot, mit einem schwarzen Ansatz und schwarzer Schnabelspitze. Außerdem liegt an der Stirn ein schwarzer Höcker, der dem Schwan seinen Namen gibt. Bei den Männchen ist der Höcker größer als bei den Weibchen. Daran kann man Weibchen und Männchen auseinander halten.

Wo lebt der Höckerschwan?

Ursprünglich lebt der Höckerschwan im nördlichen Mitteleuropa, im Baltikum, am Schwarzen Meer und in Kleinasien bis Nordchina. Allerdings wurde er vom Menschen auch in viele andere Gebiete eingeführt, um z. B. in Parks gehalten zu werden.

Höckerschwäne benötigen flache und pflanzenreiche Gewässer zum Überleben. Sie sind auf Seen, künstlichen Teichen, langsamen Flüssen und manchmal auch an Meeresbuchten zu finden.

Wie alt kann der Höckerschwan werden?

Freilebende Höckerschwäne werden oft bis zu 20 Jahre alt. Doch dafür müssen sie erst einmal ihre Jugendzeit überstehen. Nur ein Zehntel der Küken überlebt solange, dass sie selber brüten und Küken aufziehen können.

Wie lebt der Höckerschwan?

Höckerschwäne brüten zum ersten Mal in ihrem 3. oder 4. Lebensjahr. Vor der ersten Brut suchen sie sich einen Partner, mit dem sie sich dann jedes Jahr wieder verpaaren. Bei der Balz schwimmen die Partner gemeinsam oder stecken synchron ihren Kopf ins Wasser. Auch die Zärtlichkeitshaltung, bei der die Schwäne ihre Köpfe zusammenstecken und mit ihren Hälsen ein Herz bilden, kann man zu dieser Zeit oft beobachten. Im März beginnt die Brutzeit mit dem Nestbau am Ufer oder im Schilf. Das Weibchen brütet die 5-8 schmutzig gelben Eier aus. Das Männchen verteidigt währenddessen aggressiv das Brutrevier.
Die grauen Küken sind Nestflüchter, sie können also gleich schwimmen und suchen sich ihre Nahrung größtenteils selbst. Die Schwaneneltern kümmern sich aber auch noch einige Wochen um ihren Nachwuchs. Sie reißen ihnen schwer erreichbare Wasserpflanzen aus oder tragen die Küken auf dem Rücken zwischen den Flügeln, um sie zu schützen. Sind die Küken ausgewachsen und flügge, schließen sie sich mit anderen jungen Schwänen in Gruppen zusammen, bis sie sich selber einen Partner suchen und Nachwuchs großziehen. Das schöne weiße Federkleid bekommen die jungen Schwäne nach ihrer ersten vollständigen Mauser, wenn sie 2 Jahre alt sind.

 Was frisst der Höckerschwan?

Höckerschwäne sind reine Vegetarier, sie ernähren sich hauptsächlich von Wasserpflanzen. Sie stecken ihren Kopf bis zu 1 Meter tief ins Wasser, um dort die Pflanzen auszureißen. Das nennt man Gründeln. An Land fressen sie auch Gras und Uferpflanzen. Besonders im Winter sieht man sie auch auf Getreideäckern fressen.

Besonderes

Höckerschwäne sind eher schwerfällige Flieger. Sie müssen relativ lange über die Wasseroberfläche „anlaufen“ und mit den Flügeln schlagen, um abheben zu können. Haben sie das einmal geschafft, fliegen sie mit sehr langsamen und kraftvollen Flügelschlägen davon. Dabei kann man ein typisches, rhythmisches Fluggeräusch hören.

Schwäne kommen in vielen Mythen und alten Geschichten vor. In der nordischen Mythologie erzählt man, dass alle Schwäne von zwei Schwänen abstammen. Diese beiden leben an der Wurzel des Weltenbaumes Yggdrasil an einem Brunnen mit heiligem Wasser. Was mit diesem Wasser in Berührung kommt, wird sofort strahlend weiß. Daher haben die Schwäne ihr schönes, weißes Gefieder.

Schutz

Höckerschwäne gelten als ungefährdet.
In vielen Ländern Europas und auch in Deutschland unterliegen sie sogar dem Jagdrecht und dürfen im Winter geschossen werden. Jedes Jahr werden so allein in Deutschland mehrere tausend Höckerschwäne erlegt. Naturschützer fordern aber die Aufhebung des Jagdrechts, weil die Höckerschwäne sehr leicht mit Sing- oder Zwergschwänen verwechselt werden, die in Europa überwintern. Außerdem können die Höckerschwäne nach dem Abschuss nicht sinnvoll und nachhaltig verwertet werden.

Der Mensch beeinflusst die Höckerschwäne aber auch auf andere Art: Oft stören Menschen die Schwäne während der Brutzeit, sodass viele Gelege zerstört oder aufgegeben werden. Erwachsene Höckerschwäne sterben auch durch Bleivergiftungen mit Angelblei und Schrot oder Unfälle mit Stromleitungen.

Geschrieben von Lena Seifert