Kreuzotter

Vipera berus

Die Kreuzotter kann zwischen 50 und 90 cm lang werden und 100 bis 300 Gramm wiegen. Die Weibchen sind in der Regel größer als die Männchen. Kreuzottern besitzen einen gedrungenen, breitgebauten Körperbau. Ihre Färbung kann von grau, gelb, braun über kupferrot bis hin zu schwarz variieren. Auf dem Rücken der Schlange befindet sich ein dunkles Zickzackmuster. Es gibt zwei Ausnahmen in der Färbung: die völlig schwarze „Höllenotter“ und die einfarbig rote „Kupferotter“. Ein weiteres wichtiges Merkmal der Kreuzotter sind die schlitzartigen Pupillen, die sie eindeutig als Giftschlange identifizieren und somit auch von der Schlingnatter unterscheiden, welche oft mit der Kreuzotter verwechselt wird.

Wo lebt die Kreuzotter?

Der Lebensraum der Kreuzotter reicht vom Nordwesten Frankreichs bis in den Osten Asiens. In Deutschland kommt die Kreuzotter hauptsächlich im norddeutschen Tiefland, in den östlichen Mittelgebirgen und in Teilen Süddeutschlands vor. Sie bevorzugt Gebiete mit hoher Luftfeuchtigkeit und starker Tag-Nacht-Temperaturschwankung, z. B. Waldränder, Moore, Heiden, alpine Geröllfelder oder Bergwiesen.

Wie alt kann die Kreuzotter werden?

Kreuzottern können ein Alter von über 20 Jahren erreichen.

Wie lebt die Kreuzotter?

Die Kreuzotter ist in der Regel tagaktiv, nur bei sehr großer Hitze ist sie dämmerungsaktiv. Da die Kreuzotter wechselwarm ist, nimmt sie jeweils morgens und nachmittags ein Sonnenbad an einem möglichst sonnigen und warmen Ort. Bei Störung oder Bedrohung, z. B. durch den Menschen, ergreift sie die Flucht und versteckt sich unter Steinen oder in der Vegetation. Hilft dies jedoch nichts, verteidigt sie sich durch Drohgebärden und Bisse. Den Winter verbringt die Kreuzotter in einem geeigneten Versteck, in dem sie in Kältestarre verfällt. Im April und Mai pflanzen sich die Kreuzottern fort. Die Männchen tragen während der Paarungszeit Kommentkämpfe aus, bei denen sie versuchen, den Kopf des anderen Männchens auf den Boden zu drücken und so zu gewinnen. Daraufhin folgt die Paarung mit dem Weibchen. Zwischen August und Oktober bringt das Weibchen zwischen 5 und 20 Jungtiere zur Welt.

Was frisst die Kreuzotter?

Die Kreuzotter ernährt sich von Eidechsen, Fröschen und Kleinsäugern, also Mäusen. Da die Kreuzotter wie alle Vipern ein Lauerjäger ist, verharrt sie regungslos an einer Stelle, bis die Beute nah genug ist und schnellt dann hervor, um der Beute ihr tödliches Gift zu injizieren.
Dann wartet sie, bis das Gift die Beute getötet hat und verschlingt diese in einem Stück, meist mit dem Kopf voran.

Besonderes

Die Kreuzotter ist die einzige Schlangenart, die auch nördlich des nördlichsten Polarkreises vorkommt. Dies verdankt sie zum einen ihrer Fähigkeit zum Lebendgebären, also die Eier im Körper auszubrüten, und zum anderen kann die Kreuzotter durch Rippenspreizung ihre Körperoberfläche verdoppeln, sodass sie beim Sonnenbad schneller und mehr Energie tanken kann.

Das Gift der Kreuzotter ist zum größten Teil ein Nervengift, welches bei der Beute Herzstillstand und Lähmungen auslöst. Zwar ist es in der geringen Dosis eines Bisses nicht genug Gift, um einen gesunden erwachsenen Menschen zu töten, dennoch kann ein Kreuzotterbiss für Kinder oder ältere Menschen gefährlich werden und selten auch zum Tod führen. Das liegt daran, dass das Gift auch bei Menschen zu Atem- und Herzbeschwerden und sogar zu Lähmungen führen kann. Also besser Finger weg von der Kreuzotter!

Schutz

Die Kreuzotter ist auf der Roten Liste Deutschlands eingetragen und als „stark gefährdet“ eingestuft. Außerdem ist sie wie alle anderen europäischen Schlangenarten im Anhang II der Berner Konvention verzeichnet und ist deshalb streng geschützt. Das heißt, sie darf weder gefangen noch getötet werden!

Geschrieben von Jonas Knublauch