Langohrfledermaus

Plecotus

Wie wir schon dem Namen entnehmen können, zeichnet sich die Langohrfledermaus besonders durch ihre großen Ohren aus. Mit 30 Millimetern sind sie fast so lang wie der restliche Körper. Die Ohrmuscheln sind über der Stirn mit einer Hautfalte verbunden. Darunter liegen die verhältnismäßig großen Augen. Im Gegensatz zu anderen Fledermäusen, die ihre Beute nur über den Schall wahrnehmen, kann die Langohrfledermaus sie auch sehen. Öffnet die Fledermaus ihre Flügel, so fassen diese eine Spannweite von bis zu 29 cm. Die Oberseite des Säugers ist braun bis grau-braun gefärbt, wobei die Unterseite ein wenig heller ist.

Wo lebt die Langohrfledermaus?

Heimat der Langohrfledermaus ist beinahe ganz Eurasien. In Europa findet man sie überall, außer in den nördlichsten und den südlichsten Regionen. Am liebsten lebt sie allerdings in wärmeren Gebieten.
Den Lebensraum betreffend sind die Säuger sehr anpassungsfähig. Sie bevorzugen die Nähe zum Wald, wo sie in lichten Laub- und Nadelwäldern leben. Man findet sie allerdings auch in der Nähe vom Menschen, wo sie sich in Parks und Gärten einrichten.

Wie alt kann die Langohrfledermaus werden?

Die Art ist sehr langlebig. Langohrfledermäuse können ein Alter von bis zu 25 Jahren erreichen!

Wie lebt die Langohrfledermaus?

Wie fast alle Fledermausarten ist auch die Langohrfledermaus nachtaktiv. Tagsüber schlafen die Tiere in Gruppen von Größen zwischen 5 und 20 Exemplaren zusammen in ihren Höhlen oder in Gebäuden und begeben sich nachts zum Jagen hinaus. Sie stoßen Ultraschallwellen aus, die von ihrer Umgebung reflektiert werden und den schnellen Jägern ein genaues Bild ihres Umfelds geben. Die Paarung findet bei den heimischen Arten im Herbst statt. Das Weibchen behält den Samen jedoch bis zum Frühjahr in ihrem Fortpflanzungstrakt. Erst dann kommt es zur Befruchtung. Im Frühsommer gebärt die Mutter dann meist ein einzelnes Junges, was innerhalb von 6 Wochen entwöhnt wird. Mit 1-3 Jahren erreichen die Jungtiere selbst die Geschlechtsreife und können sich erneut paaren.

Was frisst die Langohrfledermaus?

Auf dem Speiseplan des Fleischfressers stehen vorrangig Tag- und Nachfalter sowie andere Käfer und Raupen, die von Blättern abgesammelt werden.

Besonderes

Fledermäuse haben generell schlechte Augen. Um sich trotzdem ein klares Bild ihrer Umgebung zu machen, stoßen sie Schreie aus, die so hoch sind, dass sie für das menschliche Ohr nicht hörbar sind. Die Schallwellen dieser Schreie werden von jedem Objekt in der Nähe zurückgeworfen. Und die Ohren der Langohrfledermaus sind mindestens genauso fein wie groß. So nehmen sie die Reflektion der Gegenstände auf und erzeugen ein sehr präzises Bild ihrer Umwelt, was ihnen die Jagd einfacher macht.

Langohrfledermäuse sind nicht die schnellsten Flieger, dazu bremsen ihre Ohren sie zu sehr ab. Sie haben aber verhältnismäßig kurze Flügel, mit denen sie wahre Luftkunststücke vollbringen können: Mitten in der Luft stehen bleiben oder sogar rückwärts fliegen ist da ganz normal!

Schutz

Die Langohrfledermaus ist auf den beiden Kontinenten Europa und Asien weit verbreitet und es gibt noch ein sehr großes Vorkommen. In Deutschland stehen sie jedoch bereits auf der Vorwarnliste, da der Bestand langsam zurückgeht.
In Schleswig-Holstein beispielsweise gilt das Säugetier schon als gefährdet. Also müssen wir gut auf die verbleibenden Tiere aufpassen, damit wir uns auch in Zukunft an ihnen erfreuen können.

Geschrieben von Benjamin Seliger