Leberblümchen

Hepatica nobilis

Die Wuchshöhe des Leberblümchens, das 2013 zur Blume des Jahres gewählt wurde, beträgt 10 bis 25 cm. Es hat einen behaarten Stängel und leicht ledrige Blätter, deren Oberseite dunkelgrün gefärbt ist, während die Blattunterseite dagegen purpur-violett ist. Die Blüten des Leberblümchens haben einen Durchmesser von 1,5 bis 3 cm und bestehen aus sechs bis neun gleich gestalteten Blütenhüllblättern, die blau bis blauviolett gefärbt sind. Nur selten sind sie auch weiß oder purpurfarben. Bei Regenwetter und am Abend schließen sich die Blüten. Die Wurzeln des Leberblümchens wachsen bis zu 30 cm tief. Deshalb wird es zu den Tiefwurzlern gezählt.

Wo lebt das Leberblümchen?

Das Leberblümchen ist in fast ganz Europa heimisch, sowie in Nordamerika, Japan und Korea. Die Verbreitung des Leberblümchens zeichnet sich allerding durch große Lücken aus. In Mitteleuropa wächst es vor allem in Buchen- und Eichenwäldern, kommt aber auch gelegentlich in Nadelmischwäldern vor. Auffällig ist, dass es in Mitteleuropa selten ist und trotzdem meist in größeren Beständen auftritt. Denn sobald sich das Leberblümchen an einem geeigneten Standort angesiedelt hat, überzieht es den Waldboden oft wie ein Blumenteppich.

Wie alt kann das Leberblümchen werden?

Das Leberblümchen ist eine überwinternde Pflanze, die mehrjährig blüht.

Was braucht das Leberblümchen?

Typischerweise wächst das Leberblümchen auf kalkreichen, nährstoff- und mullreichen, sommerwarmen, nicht allzu trockenen, aber keineswegs feuchten, lehmigen, häufig steinigen Böden in lichten Eichen- und Buchenwäldern. Dabei bevorzugt es gemäßigt kontinentales Klima mit warmen und feuchten Sommern, aber relativ kalten Wintern.

Wie wird das Leberblümchen genutzt?

Die Blätter des Leberblümchens wurden früher bei Gallen- oder Leberleiden eingesetzt. Heute wird das Leberblümchen kaum noch für Arznei genutzt, was einerseits daran liegt, dass es unter Naturschutz steht und andererseits, dass es leicht giftig ist. Bei Kontakt mit Haut oder Schleimhäuten entstehen Reizungen, die zu Rötungen, Juckreiz oder auch Blasenbildung führen können.

Wie sieht die Vegetationsperiode des Leberblümchens aus?

Das Leberblümchen gehört zu den im Frühjahr am frühesten blühenden Arten, da sich seine Blütezeit von März bis April erstreckt. Allerdings blüht die einzelne Pflanze jeweils nur etwa eine Woche. Das Leberblümchen wird durch verschiedene Insekten bestäubt und vermehrt sich durch Samen und Ausläufer.

Besonderes

Im Mittelalter schloss man aus der leberartigen Form der Laubblätter auf eine Heilwirkung an der Leber. Aus diesem Grund erhielt das Leberblümchen seinen Namen.

Schutz

Das Leberblümchen steht in Deutschland unter besonderem Schutz. Es darf weder gepflückt noch ausgegraben werden. In Österreich hingegen ist es nicht in allen Bundesländern geschützt.

Geschrieben von Milena Krüger