Neuntöter

Lanius collurio

Der Neuntöter ist mit einer Größe von 16-18 cm und einem Gewicht von bis zu 35 Gramm zwar der kleinste Vertreter in der Familie der Würger, dafür jedoch am weitesten verbreitet. Beim Aussehen gibt es große Unterschiede zwischen Männchen und Weibchen: Während die Männchen einen grauen Kopf mit schwarzem Augenstreif und einem rostbraunen Rücken aufweisen, hat ein Großteil der Federn bei den Weibchen diese rostbraune Farbe.

Wo lebt der Neuntöter?

Der Neuntöter lässt sich fast überall in Europa von Nord-Spanien bis Kasachstan finden. Er lebt vor allem in borealen, gemäßigten und mediterranen Zonen.

Wie alt kann der Neuntöter werden?

In freier Wildbahn hat der Neuntöter eine Lebenserwartung von bis zu 6 Jahren.

Wie lebt der Neuntöter?

Der Neuntöter lebt am liebsten in Kulturlandschaften. Die Nester befinden sich meistens nahe zum Boden, in einer Höhe von höchstens 1m. Neuntöter brüten von Mai bis Juli. Die Weibchen legen bis zu sieben Eier, die Brutzeit beträgt in etwa 14 Tage. In den kalten Wintermonaten fliegen die Neuntöter in wärmere Gebiete, oftmals nach Südafrika.

Was frisst der Neuntöter?

Die Nahrung der Neuntöter besteht aus Insekten, kleinen Mäusen, Amphibien und Käfern. Das Männchen legt sich ein Vorratslager von Nahrung für schlechte Zeiten an.
Bevor sie neue Nahrung aufnehmen, würgen sie erstmal die alten Chitinteile von Käfern in Form eines Gewölles aus. Deswegen wird die Familie „Würger“ genannt.

 

Der Neuntöter spießt seine Nahrung auf Dornen in der Nähe vom Brutplatz auf. Die Beute wird auch aufgespießt um sie besser zu zerkleinern. Durch dieses Verhalten kam der Name Neuntöter zustande.

Nachdem der Neuntöter bundesweit deutlich seltener geworden war, haben sich die Bestände seit einigen Jahren vielerorts stabilisiert. Seit 2002 steht der Neuntöter nicht mehr auf der Roten Liste.
Jedoch sinkt die Anzahl geeigneter Brutplätze, unter anderem aufgrund der sukzessiven Ausräumung der Landschaft, der Beseitigung von Hecken und Gebüsch oder dem Einsatz von Düngemitteln.

Geschrieben von Jan-Luka Ostertun