Reh

Capreolus capreolus

Das Fell eines Rehs wechselt passend zur Jahreszeit seine Farbe, sodass das Tier im ganzen Jahr eine gute Tarnung hat. Im Winter hat das Fell einen grauen Farbton, im Sommer ist es rötlich. Auffällig an den Rehen ist ihr sogenannter „Spiegel“, ein weißer Fleck am Hinterteil unter dem kurzen Schwanz. Jungtiere, die Kitze, haben ein mit weißen Punkten übersätes Fell. Ein Geweih besitzen nur die männlichen Rehböcke. Das Geweih kann bis zu 30 cm lang werden.

Wo lebt das Reh?

Der typische Lebensraum des Rehs sind lichte Laub- und Mischwälder. Ihre Nahrung suchen sie aber auch sehr oft auf Feldern. In Gegenden, wo intensive Landwirtschaft betrieben wird und es viele Felder und Äcker und wenig Wälder gibt, haben sich die Rehe an diese Umstände angepasst. Sie verbringen dann eigentlich ihr ganzes Leben auf dem freien Feld und haben ihr Verhalten dementsprechend verändert. Sie bilden größere Sprünge von bis zu zwanzig Tieren.

Wie alt kann das Reh werden?

Die ältesten freilebenden Rehe waren 17 und 20 Jahre alt. Normalerweise werden aber nur 15% aller Rehe älter als 4 Jahre. Dadurch ergibt sich auch ein sehr niedriges Durchschnittsalter, das zwischen 2 und 3 Jahren liegt.
In Gefangenschaft können Rehe deutlich älter werden. Ohne den Stress und die Krankheiten eines Lebens in freier Wildbahn werden sie bis zu 25 Jahre alt.

Wie lebt das Reh?

Das Reh gilt als ein dämmerungsaktives Tier, ist aber manchmal auch am Tag zu sehen. Bei Gefahr sucht es mit wenigen schnellen Sprüngen Deckung im dichten Unterholz oder Gebüsch.

Zur Reviermarkierung dienen dem Reh Drüsen oberhalb der Hufe und den Rehböcken zusätzlich die Duftdrüsen auf der Stirn. Rehböcke besetzen ihre Territorien häufig über mehrere, aufeinanderfolgende Jahre.

Rehe sind Einzelgänger. Nur während der Brunftzeit leben sie paarweise zusammen. Die Paarungszeit des Rehs findet von Mitte Juli bis Mitte August statt. Die Tragzeit beträgt etwa 9,5 Monate, sodass die Kitze im darauffolgenden Jahr im Mai oder Juni geboren werden. Meist bringt ein Reh ein bis zwei Kitze zur Welt. Diese haben bei der Geburt ein Gewicht von circa einem Kilogramm. In den ersten Lebenstagen besucht die Mutter die Kitze nur, um sie zu säugen, damit die natürlichen Feinde nicht auf die Spur der Kitze gelockt werden. Deshalb beobachtet das Muttertier ihre Kitze aus sicherer Entfernung.

Was frisst das Reh?

Rehe bevorzugen ausschließlich leicht verdauliche Nahrung wie junge Gräser, Knospen, Kräuter, Triebe und die grünen Blätter von Brom- und Himbeeren. Sie sind wie alle Hirscharten Wiederkäuer, die ihre Nahrung erst verdauen können, nachdem sie sie hochgewürgt und ein zweites Mal zerkaut haben. Ein etwa 20 Kilogramm schweres Reh braucht zwischen zwei und vier Kilogramm Grünmasse pro Tag.

Besonderes

Rehe sind farbenblind und können räumlich nicht gut sehen. Dafür registrieren sie Bewegungen aber sehr genau.

Schutz

Rehe stehen in der Roten Liste als nicht gefährdet und treten in Deutschland sehr zahlreich auf. Dennoch sind die vielbefahrenen Straßen und Autobahnen ein großes Problem für sie. Bei dem Versuch diese zu überqueren, sterben jährlich etwa 200.000 Rehe.

Aber auch die landwirtschaftlichen Mähmaschinen stellen eine Gefahr für Rehe dar. Viele Kitze geraten, während sie auf den Feldern fressen, in die Messer der Mähmaschinen und sterben dann an ihren Verletzungen.

Geschrieben von Lena Seifert und Milena Krüger