Schwarzmilan

Milvus migrans

Der Schwarzmilan ist dunkelbraun gefärbt. Nur die hellere Kopf-, Kehl- und Nackenpartie sowie ein helles Band auf dem Oberflügel setzen sich deutlich von der übrigen Gefiederfärbung ab.
Männchen und Weibchen unterscheiden sich nicht in der Färbung. Der Schwanz ist nur schwach gegabelt.

Die Körperlänge liegt je nach Unterart zwischen 46 und 66 Zentimetern, die Spannweite zwischen 120 und 153 Zentimetern. Männchen wiegen zwischen 500 und 850 Gramm, je nach Unterart. Weibchen können über 1000 Gramm wiegen.

Wo lebt der Schwarzmilan?

Der Schwarzmilan ist ein in fast ganz Europa, Asien und Afrika verbreiteter Brutvogel, der aber im Herbst aus Europa abzieht und südlich der Sahara überwintert. Er bevorzugt abwechslungsreiche Landschaft und ist stärker als der Rotmilan an Gewässer gebunden; so findet man ihn an baumbestandenen Seeufern oder in Auwäldern. Er kann jedoch auch in trockenen Gebieten leben, solange ausreichend Beutetiere und Baumgruppen zur Verfügung stehen.

Wie alt kann der Schwarzmilan werden?

Der älteste in freier Natur wieder gefundene Ringvogel war 24 Jahre alt.
Unter günstigen Bedingungen kann der Schwarzmilan ein recht hohes Alter erreichen. Jedoch erleben rund 40 % der Schwarzmilane das erste Lebensjahr nicht.

Wie lebt der Schwarzmilan?

Schwarzmilane sind tagaktiv. Ihre ersten Beuteflüge finden meist schon vor Sonnenaufgang statt, in den Mittagsstunden dösen sie oder pflegen ihr Gefieder.
Schwarzmilane paaren sich zum ertsen Mal im Alter von vier Jahren. Vor allem das Männchen baut den Horst aus Ästen, Zweigen, Erdklumpen, Moos und Vogelfedern. Oft wird auch Plastikabfall verwendet. Während des Horstbaus kann man die Schwarzmilane bei Schauflügen über ihrem Horstgebiet beobachten. Wenn aber das erste Ei da ist, hören diese Schauflüge auf. Von da an versorgt das Männchen das Weibchen und die Brut.
Bis zum Ausfliegen der Jungvögel vergehen meist 40-50 Tage, sechs Wochen später sind die Jungen selbständig.

Was frisst der Schwarzmilan?

Er bevorzugt ein weites Nahrungsangebot, von lebenden Tieren bis zur Größe eines Hasen über Aas und Abfälle. Er jagt meist am Boden, indem er in einen niedrigen Suchflug geht und seine Beute vom Boden bzw. von der Wasseroberfläche aufgreift. Eine andere beliebte Taktik des Schwarzmilans ist, anderen Vögeln wie Möwen und Bussarden ihre Beute abzunehmen.

Besonderes

Der Schwarzmilan ist eine der geselligsten Greifvogelarten und bildet oft Nahrungs- und Schlafgemeinschaften. Außerhalb der Brutsaison treffen sich manchmal hunderte Schwarzmilane auf einem Schlafbaum.

Schutz

Der Schwarzmilan gilt in Deutschland als nicht gefährdet. Damit dies auch so bleibt, ist es wichtig, dass verschiedene Maßnahmen umgesetzt werden, z. B. der Erhalt natürlicher Auenlandschaften mit natürlichem Baumbestand, die Sicherung störungsfreier Zeiten im Horstbereich während der Brut- und Aufzuchtzeiten und die Verminderung von Pestizideinsätzen auf landwirtschaftlichen Flächen.

Geschrieben von Jella Stautmeister