Schwarzstorch

Ciconia nigra

Der Schwarzstorch sieht seinem bekannteren Verwandten, dem Weißstorch, sehr ähnlich. Er hat lange rote Beine und einen langen, spitzen roten Schnabel. Der Unterschied steckt in der Farbe des Gefieders: der Schwarzstorch hat schwarze Federn, die aus der Nähe metallisch glänzen. Nur an der Bauchseite hat er weißes Gefieder. Schwarzstörche werden bis zu 100 cm lang und sind damit etwas kleiner als die Weißstörche. Ihr Gewicht beträgt circa 3 kg.

Wo lebt der Schwarzstorch?

Schwarzstörche sind Zugvögel mit einem großen Verbreitungsgebiet. Im Winter kommen sie in Süd- und Zentralafrika vor. Im Sommer sind sie fast in ganz Europa und sogar Asien zu finden. Sie kommen aber nur noch in wenigen Regionen vor, weil es immer weniger Lebensräume für sie gibt. Sie lieben dichte Wälder.

Wie alt kann der Schwarzstorch werden?

Schwarzstörche können ein verhältnismäßig hohes Alter erreichen. In freier Wildbahn können sie bis zu 18 Jahre alt werden. In der Regel brüten die Störche das erste Mal ab dem vierten Lebensjahr.

Wie lebt der Schwarzstorch?

Schwarzstörche sind sehr scheue Tiere. Ein Storchenpaar bleibt ein Leben lang zusammen. Gemeinsam legen sie ihre Horste in geschlossenen Waldflächen fernab von menschlichen Siedlungen an. Sie behalten ihre Brutplätze über viele Jahre und bauen diese mit jedem Jahr weiter aus. Außerhalb der Brutzeit finden sie sich zu kleineren Gruppen zusammen, die gemeinsam die Reise in andere Gebiete antreten.

Was frisst der Schwarzstorch?

Schwarzstörche finden ihre Nahrung im Wasser und in Wassernähe. Dabei besteht ein Großteil der Nahrung aus Forellen, Aalen und anderen Fischen. Amphibien wie Frösche, Molche oder Insekten werden seltener verspeist. Allerdings ernährt er sich auch regelmäßig von Wasserpflanzen.

Besonderes

Schwarzstörche haben zwei Überwinterungsgebiete in Afrika. Diese werden auf zwei unterschiedlichen Routen angeflogen. Die eine führt im Westen über Spanien und Italien. Störche, die diesen Weg wählen, brüten meistens im Westen Europas von Spanien bis an die Elbe. Man nennt sie Westzieher. Ostzieher hingegen sind Störche, die über die Türkei, Israel und Ägypten fliegen. Ihre Überwinterungsgebiete liegen daher auch im Osten Zentralafrikas.

Schutz

Der Schwarzstorch ist eine Art, die auf der „Roten Liste“ steht und damit streng geschützt ist. In den letzten Jahren hat der Bestand im Westen Europas wieder zugenommen. Es gibt aber immer weniger Oststörche. Sie sind durch den Abschuss in südlichen Staaten gefährdet. Für Störche auf ihrem ersten Zug stellen Hochspannungsleitungen und Windanlagen eine große Gefahr dar. In den Brutgebieten ist vor allem die dichte Besiedelung durch den Menschen und fehlende Lebensräume ein Problem.

Geschrieben von Lea Zwilling