Silberdistel

Carlina acaulis

Das auffälligste Merkmal der Silberdistel ist die große, silbern glänzende Blüte, die fast stängellos aus dem Boden wächst. Sie hat einen Durchmesser von etwa zehn Zentimetern. Die Blätter der Silberdistel sind dornig gezähnt und länger als ihr kurze Stiel. Mit ihrer bis 1 Meter tiefreichenden Pfahlwurzel gilt die Silberdistel als Tiefwurzler.

Wo lebt die Silberdistel?

Die Silberdistel ist in Europa weit verbreitet. In Deutschland hingegen findet man sie hauptsächlich in den Alpen und vereinzelt bis zum Mittelgebirge. Im Norden Deutschlands wächst sie nur noch sehr selten oder gar nicht.

Wie alt kann die Silberdistel werden?

Die Silberdistel wird mehrere Jahre alt und blüht mehrfach.

Was braucht die Silberdistel?

Als Standort bevorzugt die Silberdistel sommerwarme, meist beweidete Magerweiden auf basenreichen Böden mit geringer Humusauflage. Aber auch in Kalkgebieten mit geringen Niederschlägen kommt sie vor.

Wie wird die Silberdistel genutzt?

Die Wurzel wurde früher in der Volksheilkunde als Grippemittel und entwässerndes Mittel gesammelt.  In der Tiermedizin diente sie als Mast- und Brunstpulver. Die Korbböden wurden früher ähnlich wie Artischocken gegessen, weshalb die Silberdistel von Almhirten auch Jägerbrot genannt wird.

Wie sieht die Vegetationsperiode der Silberdistel aus?

Die Blütezeit der Silberdistel reicht von Juli bis September. Ihre Bestäubung erfolgt durch Insekten. Um sich zu verbreiten nutzt die Silberdistel verschiedene Wege: Die Samen der Pflanze befinden sich in den sogenannten Achänen, die mit dem Wind verbreitet werden können. Doch meist erfolgt die Verbreitung durch Tiere, wenn die dornigen Blätter sich an vorbeistreifende Tiere heften.

Besonderes

Der lateinische Name Carlina acaulis der zur Blume des Jahres 1997 gewählten Silberdistel soll einer Legende zufolge mit Karl dem Großen in Verbindung stehen. So soll ein Engel Karl dem Großen im Traum die Silberdistel als wahres Heilmittel gegen die Pest gezeigt haben, der diese deshalb in seinem Heer verwendete. Daher angeblich beginnt der lateinische Name mit Carlina.

Schutz

Die Silberdistel ist in Deutschland gesetzlich geschützt und gehört zu den gefährdeten Arten, weshalb sie nicht gepflückt werden darf. Viele Silberdisteln sind durch das Ausbleiben der Schafbeweidung bedroht. Die zunehmende Verbuschung ist eine der Hauptursachen, die zum Verschwinden der Art führt.

Geschrieben von Milena Krüger