Waldweidenröschen

Epilobium angustifolium

Das Waldweidenröschen zeichnet sich durch seine rötlichen Blütenblätter aus, die zwischen 1,2 und 1,5 cm lang sind und auf der Unterseite deutliche Adern aufweisen. Der Stängel des Waldweidenröschens ist kahl oder nur schwach behaart und weist eine purpurne Färbung auf. Das Waldweidenröschen erreicht Wuchshöhen von 50 bis 120 cm. In seltenen Fällen werden die Pflanzen auch bis zu 200 cm groß.
Das Wurzelwerk dient als Überdauerungsorgan. Die Früchte des Waldweidenröschens sind schmale, dicht behaarte und 5-8 cm lange Kapseln, in denen sich die federig behaarten Samen befinden.

Wo lebt das Waldweidenröschen?

In Deutschland gilt das Waldweidenröschen als sehr verbreitet, man findet es überall mit Ausnahme der Alpen. In Europa wächst es überall außer in der Mittelmeerregion. Außerdem ist es in Nordamerika und Nordasien zu finden.

Wie alt kann das Waldweidenröschen werden?

Das Waldweidenröschen ist eine mehrjährige und ausdauernde krautige Pflanze.

Was braucht das Waldweidenröschen?

Von dem Waldweidenröschen werden vor allem nährstoffreiche und kalkarme Lehmböden bevorzugt. Deshalb findet man es häufig in lichten Heidewäldern, Laubwäldern und Laubmoorwäldern. Aber auch auf Brandflächen, Gleisböschungen, Brachland und an Weg- und Straßenrändern wächst es oft.

Wie wird das Waldweidenröschen genutzt?

Das Waldweidenröschen kann als Salat oder Gemüse zubereitet werden. Die jungen Blätter sind etwas säuerlich und reich an Vitamin C, weshalb sie als Teemischung genossen werden können, die ähnlich wie Schwarztee schmeckt. In der Naturheilkunde wird die Pflanze wegen seiner wundreinigenden Eigenschaften für Umschläge auf Wunden und zum Gurgeln verwendet.
Des Weiteren setzt man das Waldweidenröschen als Beruhigungsmittel, bei Kopfschmerzen, Migräne und Frühjahrsmüdigkeit ein.

Wie sieht die Vegetationsperiode des Waldweidenröschens aus?

Die Blütezeit des Waldweidenröschens erstreckt sich von Juni bis August. In dieser Zeit werden die Blüten durch Insekten bestäubt. Die Samen des Waldweidenröschens besitzen einen langen Haarschopf und können somit als Schirmchenflieger durch den Wind verbreitet werden. Die Vermehrung erfolgt außerdem durch Verzweigungen des Wurzelwerks, welches auch Rhizom genannt wird.

Besonderes

Der deutsche Botaniker Christian Konrad Sprengel entdeckte 1790 an dem Waldweidenröschen die Fremdbestäubung. Das ist eine Befruchtungsart, bei der die Pflanze ihre Pollen einer Blüte auf die Blüte einer anderen Pflanze überträgt und so diese befruchtet.

Das Waldweidenröschen wird nicht geschützt, da es bei uns als ungefährdet gilt. Daher ist es auch nicht in der Roten Liste als gefährdet eingestuft.

Geschrieben von Milena Krüger