Weißstorch

Ciconia ciconia

Das Gefieder ist rein weiß, nur Schwungfedern und ein Teil der Oberflügeldecken sind schwarz. Schnabel und Beine fallen durch ihre grelle rote Farbe auf. Weibchen und Männchen sind nur sehr schwer zu unterscheiden, das Brustgefieder des Männchens ist etwas länger.
Die Jungvögel sind nach dem Ausfliegen nur während der ersten Wochen durch schwarze Schnabelspitzen von den Altvögeln zu unterscheiden.

Wo lebt der Weißstorch?

Der Weißstorch lebt in offenen Feuchtgebieten, zum Beispiel an Überschwemmungsebenen auf dem europäischen Festland und im Orient (Nordafrika und Kleinasien).

Wie alt kann der Weißstorch werden?

Durchschnittlich werden Störche 8-10 Jahre alt. Es gibt jedoch Ringfunde, die belegen, dass Störche durchaus älter werden können.

Wie lebt der Weißstorch?

Der Storch ist tagaktiv. Das Nest (auch Horst genannt) ist oft auf Hausdächern, Türmen, Schornsteinen, Strommasten oder Bäumen zu finden. Störche sind Zugvögel. Jedes Jahr fliegen sie bis nach Afrika oder Spanien, um dort zu überwintern. Wenn die Altvögel sich zu schwach fühlen, um den Flug in ihre Winterquartiere zu meistern, bleiben sie in ihrem Nest und hoffen auf einen milden Winter. Die meisten Störche sind treu und bleiben ihr Leben lang bei ihrem Partner.

Was frisst der Weißstorch?

Der Storch ist nicht sehr wählerisch. Er frisst alle Kleintiere, die man in offenen Landschaften wie Überschwemmungsebenen von Flüssen und Wiesen findet: Frösche, Reptilien, Mäuse, Insekten und ihre Larven, Regenwürmer und Fische.

Besonderes

Warum wird der Storch von manchen Menschen auch Klapperstorch genannt? Der Storch besitzt nur schwach ausgebildete Stimmbänder. Um sich aber trotzdem mit anderen Störchen zu unterhalten, benutzt er das Aufeinanderschlagen seines Ober- und Unterkiefers. Dieses „Klappern“ hilft ihm in vielen Lebenslagen; zum Beispiel, wenn er seinen Partner im Nest oder seine Jungen begrüßen will, aber auch beim Abwehren fremder Störche und bei der Partnersuche.

Der Weißstorch ist eine sogenannte Zeigerart. Das bedeutet, wenn du ihn einmal entdeckst, heißt das, dass das Biotop, in dem er sich gerade befindet, ökologisch sehr wertvoll und intakt ist. Er steht stellvertretend für ebenfalls viele selten gewordene Tier- und Pflanzenarten, die an Feuchtbiotope gebunden sind.

Schutz

Der Weißstorch ist das Wappentier vieler Umweltorganisationen, so zum Beispiel des NABU oder der Stiftung „THE STORK FOUNDATION – Störche für unsere Kinder“. Durch die Trockenlegung zahlreicher Moore und Feuchtgebiete in der Vergangenheit wurden die Störche stark geschädigt. Der Bestand in Deutschland beträgt heute wieder etwa 4.300 Brutpaare. Damit steht er auf der Roten Liste unter Kategorie 3- „Gefährdet“. Obwohl sich der Bestand in letzter Zeit zunehmend erholt hat, müssen wir weiter für die Weißstörche kämpfen, weil ihr Lebensraum immer kleiner wird. Auch darum kümmern sich viele Schutzgebiete, wie z. B. der Naturpark Drömling um die Renaturierung ehemaliger Feuchtwiesen.

Geschrieben von Alessa Zinn