Grünspecht

Picus viridis

Ein Grünspecht ist um die 30 cm lang und wiegt 170 g. Seine Flügelspannweite beträgt rund 50 cm. Männchen und Weibchen unterscheiden sich nur wenig. Beide haben dunkelgrüne Flügel und eine helle Unterseite. Der Bürzel ist gelb-grün. Der obere Kopf ist rot, um die Augen tragen sie eine schwarze „Augenbinde“. Männchen haben zusätzlich einen roten Fleck an der Wange mit schwarzem Rand, Weibchen sind dort nur schwarz.

Wo lebt der Grünspecht?

Der Grünspecht lebt in fast ganz Europa, vom südlichen Skandinavien über Großbritannien bis zum Mittelmeerraum. Im Osten kommt er auch noch in Russland, dem Kaukasus und dem nördlichen Iran vor.
Er bevorzugt halboffene Landschaften, in denen alte Gehölze stehen. Das sind z. B. Waldränder, Streuobstwiesen, Parks und große Gärten.

Wie alt kann der Grünspecht werden?

Grünspechte können 7-10 Jahre alt werden.

Wie lebt der Grünspecht?

Der Grünspecht ist tagsüber aktiv. Man sieht ihn häufig auf dem Boden umherhüpfen, weil er dort seine Nahrung sucht. Dabei benutzt er immer die gleichen Routen.
Der Grünspecht ist ein Standvogel, bleibt also das ganze Jahr bei uns. Die Balz beginnt schon im Dezember und dauert bis Februar. Danach finden von März bis April die Gründung der Paare und die Besetzung des Reviers statt. Die Bruthöhle wird in alte, dicke Bäume geschlagen. 5-8 weiße Eier legt das Weibchen. Die Jungen verlassen das Nest zwischen Juni und Juli und suchen sich im nächsten Frühjahr ein eigenes Brutrevier, oft nicht weit entfernt von ihrem Geburtsort.

Was frisst der Grünspecht?

Der Grünspecht ernährt sich hauptsächlich von Ameisen, die im Boden leben. Er bohrt ein Loch in den Boden und holt die Ameisen mit seiner Zunge aus ihren Gängen.
Wenn im Winter Schnee liegt, graben Grünspechte Tunnel in den Schnee, um an Ameisenhügel heranzukommen.
Manchmal fressen Grünspechte auch Beeren und Obst.

Besonderes

Die schwarze „Augenbinde“ der Grünspechte sieht aus wie eine Maske. Deswegen hat der Grünspecht den Spitznamen „Fliegender Zorro“ bekommen.

Grünspechte haben einen sehr markanten Reviergesang. Er hört sich an wie klü-klü-klü. Das hört sich an wie ein lachender Mensch. Am häufigsten hört man diesen Gesang im Frühjahr von März bis Mai.

Die Zunge des Grünspechtes ist sein wichtigstes Werkzeug. Sie ist mit 10 cm die längste Zunge aller europäischen Spechte. Die Spitze der Zunge ist verhornt, also ganz hart, und mit Widerhaken besetzt. Wenn der Grünspecht mit seiner Zunge in die Ameisengänge fährt, bleiben die Ameisen an den Widerhaken hängen und er kann sie ganz gemütlich herausziehen.

Schutz

Die Bestände des Grünspechts waren in Europa in den letzten Jahrzehnten gesunken. Das lag daran, dass seine Lebensräume verloren gingen und deswegen auch die Wiesenameise, eine der Hauptnahrungsquellen des Spechts, immer weniger wurde. In letzter Zeit konnte sich der Grünspecht aber neue Lebensräume erschließen und wird wieder häufiger.
Mittlerweile ist er schon die zweithäufigste Spechtart in Deutschland nach dem Buntspecht. Wegen dieser positiven Entwicklung ist der Grünspecht zum Vogel des Jahres 2014 gewählt worden.

 

Geschrieben von Lena Seifert