Siebenschläfer

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Mit ihrem buschigen Schwanz und den großen, schwarzen Augen erinnern Siebenschläfer ein bisschen an Eichhörnchen. Sie sind aber mit 13-18 cm Körpergröße und ihrem 10-15 cm langen Schwanz kleiner als diese. Sie haben ein graubraunes Fell und einen weißen Bauch. Siebenschläfer wiegen ca. 100-200 g.

Wo lebt der Siebenschläfer?

Siebenschläfer leben in Süd- und Mitteleuropa, von Nordspanien über die Mittelmeerküste und Polen bis zum Schwarzen Meer und dem Kaukasus.
Sie leben am liebsten in Laub- und Mischwäldern, die natürlich gewachsen sind und aus vielen alten Bäumen bestehen. Sie sind aber auch Kulturfolger, fühlen sich also in der Nähe des Menschen in Siedlungen wohl. Dort verstecken sie sich in Scheunen oder auf Dachböden.

Wie alt kann der Siebenschläfer werden?

Siebenschläfer können bis zu 9 Jahre alt werden.

Wie lebt der Siebenschläfer?

Siebenschläfer sind nachtaktiv. Sie verschlafen den ganzen Tag in einer Höhle im Baum oder einem anderen Unterschlupf. Nachts suchen sie nach Nahrung und klettern dabei von Baum zu Baum.
Siebenschläfer sind Einzelgänger. Männchen und Weibchen treffen sich nur zur Paarungszeit im Juni. Die 4-6 Jungen kommen blind, taub und ohne Fell auf die Welt.
Ab dem Herbst halten Siebenschläfer einen langen Winterschlaf. Von Anfang September bis Anfang Mai schlafen sie in einer Erdhöhle. Deshalb müssen sie im Herbst sehr viel fressen, um den Winter zu überstehen.

Was frisst der Siebenschläfer?

Im Herbst fressen Siebenschläfer viele fettreiche Samen, um sich ihren Winterspeck für den Winterschlaf zuzulegen. Dazu gehören Bucheckern, Kastanien und Haselnüsse. Im Sommer fressen sie Früchte, Pilze, Knospen und Rinde.

Besonderes

Der Siebenschläfer ist ein sehr guter Kletterer und verliert auch auf senkrechten und sehr glatten Oberflächen nicht den Halt. Das liegt an seinen langen und gelenkigen Zehen. Außerdem sind die Sohlen von Siebenschläferpfoten immer feucht. Dadurch saugen sie sich wie Saugnäpfe fest.

Siebenschläfer können genau wie Eidechsen ihren Schwanz abwerfen, wenn ein Feind sie dort festhält. Dabei reißen Fell und Haut ab. Sie wachsen bald wieder nach. Allerdings ist der Schwanz dann kürzer.

Der Name Siebenschläfer wird oft darauf zurückgeführt, dass das kleine Tier sieben Monate lang Winterschlaf hält. In Wahrheit schläft der Siebenschläfer aber noch länger: Von September bis Mai sind es 8 Monate!

Schutz

Der Siebenschläfer ist nicht gefährdet. Er ist aber in vielen Teilen seines Verbreitungsgebietes geschützt.
Im Süden Deutschlands gibt es noch viele Siebenschläfer. Im Norden nehmen die Bestände allerdings ab, weil alte Wälder vom Menschen verändert und genutzt werden. Wenn man nicht den natürlichen Lebensraum des Siebenschläfers, naturnahe Mischwälder mit viel Alt- und Totholz, schützt, werden nur sehr wenige Siebenschläfer überleben.

Geschrieben von Lena Seifert